{"id":41,"date":"2014-09-20T11:40:38","date_gmt":"2014-09-20T11:40:38","guid":{"rendered":"http:\/\/familie-ibing.de\/?page_id=41"},"modified":"2015-02-19T08:52:05","modified_gmt":"2015-02-19T08:52:05","slug":"land-und-leute","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/familie-ibing.de\/?page_id=41","title":{"rendered":"Land und Leute"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Der r\u00f6mische Geschichtsschreiber Tacitus (55\u2013116 n. Chr.) stellte in der \u201eGermania\u201c, einem Bericht \u00fcber die germanische Fr\u00fchzeit, die Germanen im ganzen so dar: \u201e<em>Ich selbst schlie\u00dfe mich der Ansicht an, da\u00df sich die Bev\u00f6lkerung Germaniens niemals durch Heiraten mit Fremdst\u00e4mmen vermischt hat und so ein reiner, nur sich selbst gleicher Menschenschlag von eigener Art geblieben ist. Daher ist auch die <\/em><em>\u00e4u\u00dfere<\/em><em> Erscheinung trotz der gro\u00dfen Zahl von Menschen bei allen dieselbe: wild blickende blaue Augen, r\u00f6tliches Haar und gro\u00dfe Gestalten, die allerdings nur zum Angriff taugen. F\u00fcr Strapazen und M\u00fchen bringen sie nicht dieselbe Ausdauer auf, und am wenigsten ertragen sie Durst und Hitze; wohl aber sind sie durch Klima oder Bodenbeschaffenheit gegen K\u00e4lte und Hunger abgeh\u00e4rtet.\u201c <\/em>Und \u00fcber die Chattuaren berichtete er: <em>\u201eBei diesem Volk sind kr\u00e4ftiger die Gestalten, sehnig die Glieder, durchdringend der Blick und gr\u00f6\u00dfer die geistige Regsamkeit. F\u00fcr Germanen zeigen sie viel Umsicht und Geschick; sie stellen M\u00e4nner ihrer Wahl an die Spitze, gehorchen dem Vorgesetzten, kennen Reih und Glied, nehmen g\u00fcnstige Umst\u00e4nde wahr, verschieben einmal einen Angriff, teilen sich ein f\u00fcr den Tag, verschanzen sich f\u00fcr die Nacht; das Gl\u00fcck halten sie f\u00fcr unbest\u00e4ndig und nur die eigene Tapferkeit f\u00fcr best\u00e4ndig. Und was \u00fcberaus selten und sonst allein r\u00f6mischer Kriegszucht m\u00f6glich ist: sie geben mehr auf die F\u00fchrung als auf das Heer.\u201c <\/em>\u00dcber die Kimber, die nach ihrem Kurzschwert Sachsen genannt wurden, schrieb er: <em>\u201eEine kleine V\u00f6lkerschaft, aber gewaltig an Ruhm. Von der einstigen Geltung sind weithin Spuren erhalten, ausgedehnte Lagerpl\u00e4tze diesseits und jenseits des Rheines, an deren Umfang man jetzt noch die ungeheure Arbeitskraft dieses Stammes und die Glaubw\u00fcrdigkeit des gro\u00dfen Wanderzuges ermessen kann.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die n\u00e4chste Beschreibung unserer Heimat und seiner Bev\u00f6lkerung verdanken wir dem Elseyer Pfarrer Johann Friedrich M\u00f6ller (1750 \u20131807): <em>\u201eDas S\u00fcderland wird von Volme, Veese, Ennepe und mehr als 100 anderen kleinen B\u00e4chen durchstr\u00f6mt. Alle diese Fl\u00fcsse sind mit schmackhaften Forellen, Piern und Schmerlingen begabt&#8230;. (Es) besteht aus einer gro\u00dfen Gruppe steiler, oft senkrechter Kalkfelsen und Klippen, welche ohne alle Pflege das sch\u00f6nste Laubholz und sehr viele Heilkr\u00e4uter &#8230; wo nicht von besserer, doch gewi\u00df eben der G\u00fcte als die Alpen hervorbringen. Sie beherbergen zugleich vortreffliches Wildbret, Hirsche, Rehe, Schweine, Hasel-, Birk- und zuweilen Auerh\u00fchner und Schnepfen &#8230; In dieser schauderhaft angenehmen Gegend trifft man unendlich mannigfaltige Abwechslung schweizerischer Partien und herrliche pittoreske Aussichten \u00fcber Waldstr\u00f6me, lachende T\u00e4ler und finstere Schluchten&#8230; So armselig das S\u00fcderland in Absicht der nat\u00fcrlichen Produkte ist, so merkw\u00fcrdig ist dasselbe durch die unendliche Emsigkeit und den ausgebreiteten Kunstflei\u00df seiner Einwohner und viele seiner Fabriken und Manufakturen. Hier ist kein Bach, kein Wassergef\u00e4lle, welches nicht von H\u00e4mmern und Schleifwerken benutzt wird&#8230; Tag und Nacht hallt das Echo von dem Get\u00f6se der H\u00e4mmer von Berg zu Berg durch T\u00e4ler und Schluchten, und die Feuer-Essen machen des Nachts ein herrliches Schauspiel&#8230; Die M\u00e4rker haben starke und abgeh\u00e4rtete K\u00f6rper, so wie Tacitus ihre Vorfahren beschrieben hat. Sie sind helle K\u00f6pfe, haben aber nur einen schwachen Sinn f\u00fcr das Angenehme und Sch\u00f6ne. Sie berechnen alles nach dem N\u00fctzlichen, und daher kommtes, da\u00df sie geschickte Gesch\u00e4ftsm\u00e4nner hoch, spekulative Gelehrte aber weniger achten&#8230; Die M\u00e4rker sind sehr arbeitsam, bedachtsam, unverdrossen, k\u00fchn, unerschrocken, und besonders der \u00fcber seinen Abgr\u00fcnden und Waldstr\u00f6men schwebende S\u00fcderl\u00e4nder, unternehmend, dabey aber argw\u00f6hnisch&#8230; und gegen jede Neuerung \u00e4u\u00dferst aufgebracht, und \u00fcberhaupt rechthaberisch und z\u00e4nkisch.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u00a0<\/em>Erst durch die preu\u00dfische Verwaltung wurde entgegen der jahrhundertealten Tradition der Name des Mannes zum Familiennamen bestimmt. Bis dahin war es f\u00fcr eigenh\u00f6rige Bauern selbstverst\u00e4ndlich, da\u00df sie nach den Namen des Hofes genannt wurden, unabh\u00e4ngig von allen m\u00f6glichen Erbg\u00e4ngen. Der Hofname wurde nat\u00fcrlich als Familienname den Nachkommen weitergegeben. Von aufheiratenden oder anders aufziehenden Personen wurde der Hofname sogleich als neuer Familienname gef\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem \u201eneumodischen\u201c Gesetz blieb bei aufziehenden M\u00e4nnern deren Geburtsname der Familienname der Besitzerfamilie, wobei der Hofname mit dem Zusatz \u201egenannt\u201c beigef\u00fcgt wurde. In der Praxis sah es aber so aus, da\u00df die Bauern weiterhin lediglich nach dem herk\u00f6mmlichen Namen \u2013 dem des Hofes \u2013 genannt wurden, w\u00e4hrend sie amtlich anders hie\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das neue Recht wurde allerdings lange Zeit nicht konsequent beachtet und durchgef\u00fchrt, teilweise aber auch r\u00fcckwirkend angewandt. Heute f\u00fchrt weit \u00fcber die H\u00e4lfte der Besitzer einen vom urspr\u00fcnglichen Hofnamen abweichenden Familiennamen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es w\u00e4re angebracht, im Zusammenhang mit historischen H\u00f6fen nur den alten Namen zu verwenden, w\u00e4hrend man die jeweilige Besitzerfamilie mit ihrem rechtlich g\u00fcltigen Namen bezeichnen mu\u00df.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der r\u00f6mische Geschichtsschreiber Tacitus (55\u2013116 n. 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